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  • thewisemansfear 6:45 pm am May 30, 2014 Permalink
    Tags: FIFA, Fußball, Kapitalismuskritik,   

    FIFA la Revolución! 

    Am Dienstag lief wieder Die Anstalt im ZDF, diesmal mit Hintergrundberichterstattung zum bald höchst aktuellen Thema Fußball(-WM) – genauer der FIFA. Ebenso kommt die Heuchelei der Machthaber bei der Ukraine-Krise und der Spähaffäre inkl. Snowden zur Sprache. „Wem kann ich denn noch Vertrauen?“ fragt folgerichtig Gastredner Philip Simon. Wie bei jeder guten Kabarettsendung bleibt einem nur die Spucke weg, wenn der Schmutz zutage gefördert wird und man erfährt, was da so alles getrieben wird. Großsponsor Adidas bekommt ebenfalls sein Fett weg, wegen Ausbeutung von Näherinnen, die unter widrigen Bedingungen die Trikots zusammenschneidern. Ja, das ist Kapitalismuskritik in Reinform – aber hey, es machen doch alle so!

    Man kann natürlich die Schuld ganz und gar auf die großen Konzerne oder mächtige Vereine wie die Fifa schieben. Aber letztlich sind wir (in Form von Konsumenten) diejenigen, die das Spiel durch unsere Kauf- und Sehgewohnheiten mitspielen. Ich halte es der Sendung zugute, dass sie aufrüttelt und moralisiert. Ohne dass wir anfangen, unser Tun und Handeln zu hinterfragen, wird sich nichts ändern.

    Welcher Suchtfaktor in der Fußballmanie steckt und an negativen Schlagzeilen verdrängen lässt, bringt der folgende Satz auf den Punkt:

    „Sie werden es nicht bereuen, nach dem ersten Schuss sind alle Probleme vergessen!“

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  • thewisemansfear 11:49 am am April 16, 2014 Permalink
    Tags: , Geschichte, Kapitalismuskritik, Krieg, Trotzki, , Wachstumszwang   

    Aus der Geschichte lernen 

    Es ist schon erstaunlich, was für Parallelen sich auftun, wenn man einen Blick zurück in die Vergangenheit wirft. Sehr ähnliche Probleme wie heute, nur mittlerweile auf einem anderen, höheren Level. Es stellt sich die Frage, ob es nicht die alle paar Jahrzehnte aufflackernden Kriege waren, durch deren Zerstörung des vormals Geschaffenen und dem anschließenden Wiederaufbau das „ganze System“ weiter betrieben werden konnte. Technischer Fortschritt allein reicht bei weitem nicht aus. Wer Schumpeters „schöpferische Zerstörung“ verstanden hat, weiß, dass alte Strukturen Neuerungen platz machen und weichen mussten. Ein Krieg ist dabei die schnellste aber zugleich meistverschwenderische Variante. Sowohl an materiellen Ressourcen als auch an Humanressource (zynisch gesprochen)… Es wird wirklich Zeit, das System insoweit zu reformieren, dass der (exponentielle) Wachstumszwang eliminiert wird. Kooperation statt Egoismus zu propagieren wäre ein Anfang.

    Im Gründungsdokument der Vierten Internationale, das nur ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geschrieben wurde, zeichnete Trotzki ein präzises und schonungslos genaues Bild des Zustandes des Weltkapitalismus:

    „Die Produktivkräfte der Menschheit haben aufgehört zu wachsen. Neue Erfindungen und technische Neuerungen vermögen bereits nicht mehr zu einer Hebung des materiellen Wohlstands beizutragen. Unter den Bedingungen der sozialen Krise des gesamten kapitalistischen Systems bürden Konjunkturkrisen den Massen immer größere Entbehrungen und Leiden auf. Die wachsende Arbeitslosigkeit vertieft wiederum die staatliche Finanzkrise und unterhöhlt die zerrütteten Währungen. Demokratische wie faschistische Regierungen taumeln von einem Bankrott in den anderen.

    Die Bourgeoisie sieht selbst keinen Ausweg. In den Ländern, wo sie bereits gezwungen war, den Faschismus als ihre letzte Karte auszuspielen, schlittert sie mit geschlossenen Augen in eine wirtschaftliche und militärische Katastrophe. In den historisch privilegierten Ländern, d. h. jenen, wo sie sich auf Kosten des zuvor angesammelten nationalen Reichtums noch eine Zeitlang den Luxus der Demokratie leisten kann (Großbritannien, Frankreich, Vereinigte Staaten usw.), befinden sich alle traditionellen Parteien des Kapitals in einem Zustand der Ratlosigkeit, der an Willenslähmung grenzt. …

    Die internationalen Beziehungen bieten kein besseres Bild. Unter dem wachsenden Druck des kapitalistischen Niedergangs haben die kapitalistischen Gegensätze die Grenze erreicht, jenseits derer die einzelnen Zusammenstöße und blutigen lokalen Unruhen (Äthiopien, Spanien, Ferner Osten, Mitteleuropa) unausweichlich in einen Weltbrand umschlagen müssen. Die Bourgeoisie ist sich selbstverständlich der tödlichen Gefahr bewusst, die ein neuer Krieg für ihre Herrschaft bedeutet. Aber diese Klasse ist heute noch unendlich weniger imstande, den Krieg abzuwenden, als am Vorabend von 1914.“

    Trotzki ließ seiner Beschreibung der Krise des Weltkapitalismus eine Warnung folgen: “Ohne eine sozialistische Revolution, und zwar in der nächsten geschichtlichen Periode, droht der gesamten menschlichen Kultur eine Katastrophe.“  aus http://www.wsws.org/de/articles/2014/04/15/pers-a15.html zitiert.

     
    • GeorgT 2:20 am am April 19, 2014 Permalink | Antworten

      Wie es um die Lernfaehigkeit der Menschen ueber Zeitraume, die mehrere Generationen betreffen, bestellt ist, zeigt auch dieses Zitat aus dem Ahlener Programm der CDU von 1947:

      „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen.

      Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

      – CDU: Ahlener Programm 1947

      http://de.wikipedia.org/wiki/Ahlener_Programm

  • thewisemansfear 9:37 pm am March 6, 2014 Permalink
    Tags: Kapitalismuskritik, land-grabbing, ,   

    The growing global tumult is a symptom of the global land grab… 

    Was treibt die ganz großen Räder dieser Zeit an? Welche Schlüsse kann man aus der Weltpolitik ziehen, wenn man den immer größer werdenden finanziellen Druck auf alle Teilnehmer und knapper werdende Ressourcen im Hinterkopf hat?

    The growing global tumult is a symptom of the global land grab—the expropriation of land and resources by competing international powers to suit the needs of a rapidly expanding global consumer culture. As China and Russia broaden the belt around Asia, the impotence of the US’s strategy of aiding fascists, Islamists, and separatists in attempts to “liberate” natural resources and infrastructure becomes apparent. This is why Russia crossed an important Rubicon in the Crimea: not only have they proved that they aren’t bluffing in Syria, but they have exposed proxy wars by engaging in open conflict, thus heightening the visibility of the interconnected and ongoing game of global domination.

    Alexander Reid Ross, http://www.counterpunch.org/2014/03/05/ukraine-and-the-great-asian-enclosure/

    —-

    Noch ein weiterer Link, der sich zu teilen lohnt, ist ein Interview von ex-INSM-Geschäftsführer Max Höfer bei telepolis: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40897/1.html

     

    Man beachte vor allem auch die Kommentare, diese sprechen Bände. Der augenscheinlich geläuterte Wolf im Schafspelz kann eben doch nicht so ganz aus seiner Haut…

     
  • thewisemansfear 8:55 pm am March 4, 2014 Permalink
    Tags: André Gorz, Kapitalismuskritik, Sozialstaat   

    „Eines Tages muss sich der Kapitalismus seine Kunden kaufen, indem er Zahlungsmittel umsonst verteilt.“ (André Gorz)

    Es folgt ein Transskript aus dem DLF (http://www.deutschlandfunk.de/das-kulturgespraech-kultur-des-finanzkapitalismus.1301.de.html?dram:article_id=278970)
    „[…] Es gab seit den 50er Jahren in allen westlichen Industrienationen eine Art wohlfahrtsstaatlichen Konsens, der unter anderem davon motiviert war, dass bestimmte sozialstaatliche Standards wie Arbeitslosenversicherung, etc., also sozusagen wohlfahrtsstaatliche Gefüge Voraussetzung war, dass der Kapitalismus reibungslos funktionierte.
    Das heißt also, dass der Fallout, den das System regelmäßig produziert, gewissermaßen therapiert wird. Genau dieser Konsens ist aber spätestens mit der Reagan/Thatcher Ära zugrunde gegangen. Heute kann man es sich scheinbar leisten, auf ganz zynische Weise, dass ganze Bevölkerungsschichten diesem Fallout ausgesetzt sind, ohne Sorge über die weitere Funktionsweise dieses Systems tragen zu müssen. Bestes Beispiel ist die Politik von Merkel gegenüber Griechenland. In jeder anderen Situation hätte man gesagt, Arbeitslosenquoten von 30% sind ein politischer Skandal, noch mehr, ein politischer Notstand, der in der Weimarer Republik zum Faschismus geführt hat.“

     
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