Econophysics – Wirtschaftstheorie unter Berücksichtigung physikalischer Grenzen

Man sollte die Hoffnung nie aufgeben, es gibt sie doch. Ökonomie-Professoren wie Steve Keen, die versuchen Lösungen und Modelle zu entwickeln und dabei physikalische Randbedingungen NICHT einfach ausblenden. Ich frage mich, wie die Wachstums-Dogmatiker mit den Widersprüchen umgehen, die sich Menschen mit gesundem Menschenverstand bezogen auf das Thema unendliches Wachstum in endlicher Welt auftun müss(t)en.

Der englischsprachige Vortrag läuft unter der Bezeichnung „Production, Entropy and Monetary Macroeconomics“:

Hier nur ein paar herausgegriffene Stichpunkte aus dem Vortrag:

  • „Jeder der an unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten glaubt, ist entweder verrückt oder aber Ökonom.“
  • Modelle arbeiten nur mit Arbeit und Kapitalgrößen, berücksichtigen nicht die real stattfindenden Transformationsprozesse, welche immer Energie kosten (2. Hauptsatz der Thermodynamik unberücksichtigt). Das wäre in etwa so, als würden Physiker in ihren Modellen die Gravitation außen vor lassen…
  • über die Zeit nimmt die Entropie (als Maß für Unordnung) zu, dabei wird Energie frei. Die Umkehrung dieses Prozesses (Schaffung von Ordnung, d.h. Produktion von Gütern oder Aufräumen 😉 ) kostet Energie. Energie die anderswo herkommen muss, bspw. Solarenergie oder fossile Energieträger. Dieser Umkehrprozess ist niemals frei von Verlusten, irgendwo geht immer etwas verloren.
  • Die Quelle von Wirtschaftswachstum ist durch den Menschen frei nutzbare Energie. Arbeitsleistung und Kapital spielen mit rein, sind aber nicht übergeordnet anzusehen. Bisherige Theorien lassen Energie komplett außen vor. Wachstum wird teilweise einfach als Faktum angenommen.
  • In den Modellen taucht die Umwelt als der Wirtschaft untergeordnet auf, anstatt anders herum die Wirtschaft einer (intakten) Umwelt unterzuordnen.
  • sich ergebende Konsequenz: Physik setzt Grenzen des Wachstums, bisherige math. Modelle sind untauglich und müssen dahingehend angepasst werden

 

 

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