Was bringt der Euro und wer profitiert?

Mit freundlicher Unterstützung von contraego aus dem ZON-Forum:

„Die Abschaffung des Euro bringt den Menschen in Griechenland nichts und den Menschen in Deutschland auch nichts.“

Den Euro zu behalten bringt ihnen aber auch nichts, im Gegenteil. Wäre ich ein Bulgare oder ein Rumäne oder ein Spanier, ich würde einen Brief schreiben an „Europa“ so wie man als Kind einen Brief an den Weihnachtsmann schrieb.

„Liebe Euro-Elite. Ich lebe hier in meinem Heimatland seit vielen Jahren. Ich habe meine Kindheit hier verbracht und meine Kinder groß gezogen. Ich liebe mein Land und möchte eigentlich nicht weg hier. Hier gibt es noch keine Feinstaubkonzentration, die einen krank macht und die Kinder können noch in freier Natur spielen. Ich möchte nicht nach Stuttgart oder Hamburg oder nach Berlin ziehen. Ich werde es aber bald müssen. Die Konzerne in Deutschland ziehen mit Macht immer mehr Märkte an sich. Sie wollen von Deutschland aus ganz Europa und die ganze Welt beliefern. Der Deutsche Staat freut sich darüber, denn er bekommt immer mehr Steuern und die Rentenkassen werden kurzfristig auch gefüllt. In meinem land leben 80 Menschen pro qkm in Deutschland bereits 240. Ihr müsst immer mehr Straßen bauen und immer mehr Flughäfen. Die Grenzwerte beim Feinstaub müsst ihr wieder anheben …. Warum bringt ihr nicht ein wenig der vielen Arbeit zu uns? Der Euro machte unsere Produkte unrentabel (Produktivität, Kurs), und das wisst ihr auch. Und was macht Ihr, wenn auch Euch die Arbeit ausgeht? Schickt ihr uns dann direkt vom Niedriglohnsektor wieder nach hause?“

Antwort vom Weihnachtsmann:

Lieber contraego, Überleg doch mal. In Deutschland (gilt auch für die Schweiz) ist doch schon alles an Infrastruktur vorhanden. Was fehlt sind bill günstige Arbeitskräfte, um die hochproduktiven Werke auszulasten. Die verlagert man nicht mal einfach so woanders hin, erst recht nicht in ein Schwellen- oder Entwicklungsland. Dafür ist das Lohngefälle mittlerweile nicht mehr groß genug. Das haben die Unternehmer bereits alles durchgerechnet, und wenn sich das nicht rechnet, dann machen die das nicht. Erst mal müssen die bestehenden Werke ausgelastet werden, aber irgendwie fehlt es überall an Nachfrage (sagen zumindest die Ökonomen). Ist es denn wirklich so viel verlangt, dass Du deine Heimat für die Aussicht auf Arbeit verlassen musst? Gegen den Markt und seine eisernen Gesetze komme auch ich nicht an. Dass die Bevölkerung in den „Leuchtturm-Ländern“ ein wenig zusammenrutschen muss, damit kommen die schon zurecht. Ängste wegen Arbeitsplatzverlust und Überfremdung darf man nicht überbewerten, die Schweizer sind da in gewisser Weise Vorreiter…

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